Junior Ballett - Ziele, Ausbildungskonzept und erste Resultate

Ziele

Mit Beginn der Ära Spoerli nahm das Zürcher Ballett wieder eine nationale und internationale Spitzenstellung ein. Die künstlerische und tänzerische Qualität zeigt  sich im unverändert grossen Publikumsinteresse und in den sehr positiven Kritiken der Neuproduktionen und Gastspiele zum Ausdruck. Quantitativ sind der Weiterentwicklung Grenzen gesetzt, die Vorstellungen im Opernhaus können kaum  erhöht werden. Zusammen mit den ca. 40 Gastspielauftritten hat man für eine einem Musiktheater angegliederte Balletttruppe bereits eine sehr hohe Aufführungszahl erreicht. Insbesondere die Anfragen vieler kleinerer Theater und zahlreicher Festivals konnten daher nicht berücksichtigt werden. Eine wichtige Aufgabe einer Spitzencompany ist die Förderung des Nachwuchses. Das öffentliche Vortanzen hat gezeigt, dass man das bisher erreichte Niveau nur durch Neuverpflichtungen allein nicht wird halten können, ebenso zu berücksichtigen ist der tänzerische Nachwuchs.

Ausbildungskonzept

Heinz Spoerli bemühte sich seit 1996, dem Beginn seines Zürcher Engagements um die nachhaltige Nachwuchsförderung, indem er z.B. die künstlerische Leitung der Schweizerischen Ballettberufschule innehatte, bis sie der Hochschule Musik und Theater Zürich angegliedert werden konnte. Schüler und Schülerinnen werden in die laufende Produktionen integriert, eine Entwicklung, die zu einer institutionalisierten Zwischenstufe und 2001 zur Gründung des „Junior Balletts“ führte – als dritte am Opernhaus Zürich existierende Form der praktischen Nachwuchsschulung neben dem Internationalen Opernstudio und der Orchesterakademie.  Die Juniormitglieder,die nicht länger als zwei Jahre in der Zürcher Company bleiben, sollen die Übergangszeit vom Ende der Ausbildung bis zum Eintritt ins volle Berufsleben nutzen, indem sie mit der Truppe trainieren, lernen sich in ihr zu behaupten, in den Choreographien des Repertoires tanzen – und zusätzlich vom Ballettmeister Chris Jensen und dem Tänzer François Petit betreut werden. Die Juniormitglieder erhalten neben dem Balletttraining, das sie gemeinsam mit dem Zürcher Ballett absolvieren, die Möglichkeit bei den Vorstellungen der Hauptcompany mitzuwirken und Bühnenerfahrung zu sammeln. Heinz Spoerli entwickelt – wie seinerzeit bereits mit „Peter und der Wolf“ – spezielle Choreographien, mit denen die Juniorentruppe ihre eigenen Vorstellungen auf der grossen Bühne des Opernhauses tanzt. In der choreographisch-tänzerischen Arbeit mit den Junioren sieht Spoerli ein grosses Entwicklungspotential, zumal es ihn auf die enormen Wandlungen im Tanz aktuell reagieren lässt. Die dabei gewonnenen Erfahrungen werden durch die zahlreichen Tourneen des Junior Balletts noch verstärkt. Mittlerweile konnten sich die jungen Tänzer nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Deutschland, Spanien, England, Südafrika und bei der EXPO 2005 in Japan einem internationalen Publikum präsentieren. 

Erste Ergebnisse

Jung sein und schon international bekannt: Was sich woanders ausschließt, gelang der Nachwuchskompanie des renommierten Züricher Balletts vom Start weg. Die Presse würdigt ausdrücklich Heinz Spoerlis  Engagement zur Nachwuchsförderung. Die Leistungen  der Junioren fanden in den Kritiken ebenso starke Anerkennung. Mittlerweile sind erste Mitglieder des Junior Balletts in das Zürcher Ballett übernommen worden. Andere fanden sehr schnell ein Engagement bei anderen renomierten Ballettcompanys.